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May 25 2012
May 22 2012
May 20 2012
May 08 2012
Wie man Kinder zu Rassisten erzieht
Man koennte ja meinen, eine „farbenblinde“ Erziehung, in der Unterschiede zwischen Hautfarben keine Rolle spielen, ja gar kein Thema sind, sei perfekt, um vorurteilsfreie Menschen zu erziehen.
Denkste.
Zitat:
Step One: Don’t talk about race. Don’t point out skin color. Be “color blind.”
Step Two: Actually, that’s it. There is no Step Two.
Congratulations! Your children are well on their way to believing that <insert your ethnicity here> is better than everybody else.
Voller Artikel in Wired — nebenbei lesenswert auch „Deconstructing Pointy-Eared White Supremacists“ ueber die Rolle der allzu weissen, allzu edlen Elfen (nicht nur) bei Tolkien. (letzteres via erlehmann)
May 07 2012
Opas Krieg
Der Großvater sagt: »Goebbels hatte ja einen Klumpfuß und hinkte. Und da haben wir immer gesagt: Lügen haben kurze Beine.« Der Enkel liest die Briefe der Großeltern. 1943, Wollt ihr den totalen Krieg? »Ich bin auch so froh und glücklich über die Reaktion, die diese Rede bei Dir hatte«, schreibt die Großmutter. »Genau wie Du, Lieber, habe ich gefühlt, dass diese große Rede [...] für unser Schicksal von weittragender Bedeutung ist!«
Der Großvater sagt: »Da habe ich nichts von mitgekriegt.« Gemeint sind die verbrecherischen Wehrmachtbefehle, Juni 1941, Überfall auf die Sowjetunion. Der Enkel geht ins Archiv, 79. Infanteriedivision. Er kommt zu dem Schluss: »Offenbar hat mein Großvater erheblich mehr gesehen und gewusst, als er [später] einzugestehen bereit war.« Eine Zeit lang sei er sogar selber derjenige gewesen, der zu entscheiden hatte, ob gefangene Rotarmisten sofort erschossen werden oder nicht.
Zeit Online beleuchtet den Weg des Historikers Moritz Pfeiffer, der die muendlichen Aussagen seines 2006 verstorbenen Grossvaters mit den historischen Fakten abglich und ein Buch darueber schrieb (Amazon-Partnerlink; ISBN 3943425029). Fazit: Opa mag nicht der einzige gewesen sein. Aber er war ein Nazi. Lesenswert.
Es gab noch andere, die entschieden, wer erschossen werden sollte. Vierer Ulmer Opfer der NS-Militärjustiz wird morgen an den alten Schiessstaenden gedacht:
- Reinhold Bürkle (erschossen am 18.2.1942)
- Jakob Eckstein (erschossen am 17.3.1945)
- Kurt Henne (erschossen am 17.3.1945)
- Richard Stemmle (erschossen am 21.3.1945)
Zitat aus dem begleitenden Flyer:
Zeichen setzen im 21. Jahrhundert… für jene Soldaten, die sich zwischen 1939 und 1945 dem nationalsozialistischen Angriffskrieg verweigerten – und die hierfür in Ulm von der NS-Militärjustiz verfolgt
und inhaftiert, zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden.
Jahrzehntelang fanden die Deserteure und „Wehrkraftzersetzer“ kein ehrendes Gedenken. Auch in Ulm blieb ihnen eine öffentliche Anerkennung verwehrt.
Nach heftigen Auseinandersetzungen um ein Deserteur-Denkmal in den späten 1980er/frühen 1990er Jahren sollte dies erst ein Gedenkbuch aus dem Jahr 2011 ändern.
Auf seiner Grundlage wurden – auf Initiative Ulmer Bürgerinnen und Bürger und mit Unterstützung der Stadt Ulm und des Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm
e.V. – 2012 Informations- und Gedenktafeln an den historischen Tatorten angebracht
Die Tafeln werden am morgigen 8. Mai 2012 im Rahmen der Gedenkfeier ab 1800 Uhr eingeweiht. Treffpunkt ist die Bushaltestelle „Schiessstaende“ beim Eingang zum Botanischen Garten im Lehrer Tal.
May 06 2012
April 30 2012
Dit is nich Dorf hier.
Soeben erreichte uns folgende Anekdote vom heutigen Nachtmittag: [sic]
Im Empfangswarteraum der Polizeiwache, Abschnitt 51, Wedekindstraße in Friedrichshain, direkt hinterm Berghain gelegen: Ein Mann um die 60 in gebügelten Jeans und polierten schwarzen Cowboystiefeln und Ledermäppchen unterm Arm spricht einen Beamten in Uniform und mit Irokesenhaarschnitt an.
Bürger: “Bei mir im Haus haben die für heute wieder die Walpurgisparty angesagt. Da kommen Hunderte”.
Beamter: “Ja, und?”.
Bürger: “Nun, die spielen ganz scheußliche Musik, die ganze linke Szene trifft sich da. Ist das denn genehmigt?”
Beamter: “Das ist genehmigt”
Bürger (leise): “Aber kann man nichts dagegen machen?”
Beamter: “Was sollen wir denn dagegen machen?”
Bürger: “….”
Beamter: “Dit is eben Berlin, dit is nich Dorf hier.”
Bürger: “Aber die haun doch dann alles kurz und klein”.
Beamter: “Aber wenn die Volksmusik oder Country spielen würden, dann wärs ok für sie?”
Bürger: “Nee, ich weiß nich’”
Beamter: “Wie gesagt: Dit is Berlin. Wenn es zu heftig wird ab 22 Uhr, rufen Sie an”
Büger: “Ja, gut”. Bürger geht.
Live-Ticker: Wedding: Veranstalter beendet Demonstration – 1. Mai – Berlin – Tagesspiegel.
Nachdem @gruenzeug mit einem Tag Verspaetung in Berlin eintraf, mussten wir uns erst einmal mit dickem Salatbausatzkauf beschaeftigen — und befinden uns aktuell in der etwas absurden Situation, jeweils nur wenige U-Bahn-Minuten von den Maifestspielen in Kreuzberg und Wedding entfernt zu sein, und diese per Ticker zu verfolgen.
Der Aufbau fuer die re:publica ist uebrigens ganz ganz anders als die letzten Jahre. Ich weiss noch nicht so recht, was ich von dem Flair halten soll… erster Eindruck bisher: Friedrichstadtpalast war repraesentabler. Mal sehen, was der Mittwoch bringt
Linkschleuder
…der Versuch einer Aufarbeitung noch offener Tabs. Leider sind teilweise die QuellengeberInnen verloren geraten
Netz und Gesellschaft
- World War 3.0 — interessant geschriebener, tiefgehender Artikel aus der Vanity Fair (sic) ueber Das Netz™, wer es kontrollieren sollte und warum nicht.
- Revealed: How Twitter’s secret offer for Instagram made Facebook pay $1B — Portrait eines tief paranoiden Mark Zuckerberg, der von der Furcht getrieben scheint, Facebook koennte an Relevanz oder Dominanz verlieren.
- How to Preserve, Prepare und Produce Your Digital Legacy — Die Frage, was eigentlich aus dem eigenen digitalen Nachlass wird. Nicht nur fuer den Todesfall interessant, sondern auch fuer die Frage, wie man in 30 Jahren mit dem akkumulierten Zeug umgeht, das man (hoffentlich) lokal und nicht nur auf Facebook &c hat.
- Sprache und Ungleichheit — Anatol Stefanowitsch vom Sprachblog beleuchtet den Weg von der Unterscheidung zur Diskriminierung, und welche Rolle Sprache hierbei spielt. Piraten, die behaupten, es gaebe bei ihnen keine Diskriminierung, sollten das mal lesen
OpenData &c
- Informationsfreiheit in Deutschland: Zahl der Anfragen verdoppelt sich — ein kleiner Einblick auf netzpolitik.org, mit schoener Visualisierung des sprunghaften IFG-Anfragenzuwachses
- Karte + Diagramme: Neue Visualisierungen fuer Fusion Tables — R ist nicht das einzige Werkzeug fuer Kartenfaerbungen, das geht auch online. Datenjournalist Lorenz Matzat erklaert, wie das in Fusion Tables mit Google Maps funktioniert.
- Datenjournalismus als Geschaeftsmodell — Auf onlinejournalismus.de wird Matzats Firma OpenDataCity portraitiert.
- Of Open Data and Pregnant Men — Wozu die Oeffnung von Daten fuehren kann… (via @jensbest)
- Data Journalism Handbook v1.0 — ueber die ddj-Mailingliste war’s schon laenger angekuendigt — jetzt ist das Handbuch endlich draussen.
Wir ueberlegen uns gerade, auf dem OpenCityCamp Teile des Handbuchs ins Deutsche zu uebersetzen. Generell wird Datenjournalismus auf dem Camp relativ sicher eine Rolle spielen.
Nerdstuff
- How To Train Your Robot — Wie man Kindern Programmieren beibringen kann. Herzig
(via @jseibert) - How Not To Sort By Average Rating — ein typisches mathematisches Problem: Wie sortiert man Kundenbewertungen „richtig“? Tipp: Die meisten machen’s falsch. (via @b_erb)
Design und Kunst
- The design of a signage typeface — sehr schoen bebilderter Vergleich verschiedener Schriften auf (Strassen)schildern, mit Vorstellung einer Eigenentwicklung
Unterhaltung
- Wer-wird-Millionaer-Bewerbung — eine Entzauberung (via @miinaaa)
April 28 2012
April 27 2012
April 26 2012
Ulmer Bordellkultur… vor 40 Jahren
Ein schoener Einblick in die Ulmer Welt der kaeuflichen Zuneigung anno 1972 aus dem Spiegel-Archiv via Achim:
Dr. h. c. Theodor Pfizer, 68, scheidender Oberbürgermeister von Ulm und Präsident der Hölderlin-Gesellschaft, nahm bei seiner Abschiedsrede am 24. Juli nach dem Zeugnis seiner Mitarbeiter das Wort “Bordell” zum erstenmal in den Mund.
Was den feinsinnigen Stadtvater gerade am Ende seiner Amtszeit zu solch verbalem Kraftakt zwang, formulierte eine Mitbürgerin Pfizers zwanglos mit der Frage: “Wo, zum Teufel, sollen wir denn noch bumsen?” Denn sie darf es nicht mehr im Freudenhaus, weil die Stadtverwaltung es nicht will, und sie darf es nicht per Straßenstrich — weil die Konkurrenz es nicht duldet.
Schauplatz war die heute vergleichsweise honorig wirkende Schuelinstrasse 12 im Viertel Oststadt-Wielandstraße, die zuerst 310 Immigranten und danach 50 Prostituierte beherbergte — was der nachkriegsdeutschen Ulmer Stadtfuehrung unter dem vermeintlichen Saubermann Pfizer nicht so recht gefallen wollte. Das Haus wurde geschlossen, die Dirnen auf den Strassenstrich getrieben.
Der verlief, die Vorstellung ist heute ebenfalls ungewohnt, entlang der Schillerstrasse an der Grenze zur Weststadt. Und war bereits besetzt:
Eugen Kalchschmidt, Organisator und Boß der Freiluftliebe in der Schillerstraße, setzte am vorletzten Wochenende eine Männerriege ein. um die erwerbslosen Damen “freundlich, aber unmißverständlich” fortzuschicken.
Die Vertriebenen aus der Schülinstraße erhielten von dem Stoßtrupp einen Stadtplan. in den neue Sperrbezirke eingezeichnet waren — diesmal freilich nicht von der Stadtverwaltung, sondern von der Selbstverwaltung des Schillerstraßen-Strichs.
DER SPIEGEL 34/1972 – Gelegentlich Schreie.
April 24 2012
Veranstaltungshinweise
Kurzer Hinweis auf moeglicherweise interessante Dinge der naechsten Tage:
Amnesty Ulm beginnt morgen (25.4.) im H1 der uulm mit einer Vortragsreihe ueber Fluechtlinge und Folteropfer. Urs Fiechtner wird ins Thema einfuehren, es folgen bei weiteren Terminen u.a. ReferentInnen aus dem Behandlungszentrum fuer Folteropfer (BFU). Die Termine der einzelnen Vortraege finden sich auf der Amnesty-Seite.
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Leider terminueberschneidend, aber eigentlich auch schon ewig angekuendigt: Ebenfalls morgen findet im H22 der uulm das jaehrliche Streiflicht statt. Wer sich dafuer interessiert, was diese Leute an der Uni eigentlich in der Medieninformatik so alles machen, kann sich das gerne ansehen; der Eintritt ist natuerlich frei, und es gibt fuer wenig Geld auch was zu trinken. Und weil 2012 ist, gibt’s auch hierfuer wieder ein Facebook-Event, wenn man sich da anmelden mag (was man nicht muss).
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Wer schon heute was unternehmen mag, kann heute nach Stuttgart auf die Villa Reitzenstein kommen. Die Staatsraetin fuer Zivilgesellschaft und Buergerbeteiligung Gisela Erler veranstaltet regelmaessig „Kamingespraeche“ und hat u.A. mich zum Thema „www.aktiv im Netz“ [sic] eingeladen. Beginn ist um 1700 Uhr.
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Und, last but not least, noch einmal der Hinweis auf das OpenCityCamp am 12./13. Mai an der Uni Ulm — kommt alle!
April 20 2012
April 18 2012
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...








